Über Himmelfahrt zogen 13 Pfadfinderinnen und Pfadfinder der EFG Holzminden gemeinsam in die Tiefen des Harzes nach Wienrode, um mit rund 250 anderen Pfadfindern der BPS Nord am Regionslager teilzunehmen und gemeinsam in die Welt der Maya einzutauchen.

Kochtisch beim RelaAm Mittwochnachmittag gegen halb 6 ging es mit 2 Autos und einem voll beladenen Anhänger los. Nach 2 Stunden Fahrt war das lang ersehnte Ziel erreicht: der Zeltplatz! Gemeinsam packten alle an und halfen beim Aufbau der Kothen. Doch nach der ersten Kothe brach die Dämmerung an und mit der Dunkelheit kam auch der große Hunger. Bevor jedoch der Hunger gesättigt werden konnte, wurde rasch die 2. Kothe aufgebaut, erst die Arbeit, dann das Vergnügen! Danach hieß es: Essensgeschirr holen und ab zu Sabine, der sogenannten guten Küchenfee. Beim ruhigen Dasitzen und Essen wurde schnell klar, diese Nacht würde bitter kalt werden. Diese Vermutung hat sich am nächsten Morgen mehr als bestätigt, denn die meisten der sonst so harten Pfadfinder mussten erst einmal beim Frühstück und beim heißen Kakao auftauen. Mit den ersten Sonnenstrahlen kam auch langsam wieder Leben in die Extremitäten. Der Tag konnte starten. Beim Frühstück wurde zunächst einmal geklärt, wer alles zu unserer Kochgruppe gehört, denn das Lager war in mehrere Kochgruppen eingeteilt. In der Kochgruppe der Holzmindener waren noch die Berliner, Rintler und Wernigeröder. Die Stammes- und Siedlungsführer haben sich zu Beginn zusammen gesetzt und entschieden, was noch an Lagerbauten aufgebaut werden sollte. Schnell waren sie sich einig, dass die größte Priorität auf den Kochtisch gelegt werden sollte, denn mit steigendem Luxus am Kochtisch steigt gewöhnlich auch die Wahrscheinlichkeit gutes Essen zu bekommen und mit gutem Essen im Magen kann nichts mehr schief gehen.

Damit waren dann auch die meisten Pfadfinder den Donnerstag über beschäftigt und am Ende des Tages konnte man zufrieden feststellen, dass die Arbeit sich gelohnt hat. Doch damit war der Tag noch nicht beendet. Am Abend erwartete die Teilnehmer die gemeinsame Lagereröffnung, bei welcher das Lagerthema eingeleitet wurde und auch der erste Input gegeben wurde. Das Thema war passend zum Maya Kalender: die Offenbarung des Johannes. Dieses sonst so schwierige Buch der Bibel, welches die meisten gerne umgehen, wurde vom Lagerpastor gut nahe gebracht und auch jungpfadfindergerecht übermittelt. Anschließend kamen die einzelnen Stämme in ihrer Kochgruppe noch zu einem Singeabend am Lagerfeuer zusammen und mit der Melodie der Fahrtenlieder in den Ohren begaben sich nach und nach die ersten Pfadis in ihre Schlafsäcke. Die letzte Nacht noch in den Knochen und vor allem in Erinnerung, bedienten sich die meisten vorm Hineinkriechen der bewährten Zwiebeltechnik: ganz nach dem Motto, je mehr Schichten Klamotten, desto wärmer.

Am nächsten Morgen stimmten viele überein, die Nacht sei wärmer gewesen, als die letzte. Ob es nun an der Zwiebeltechnik lag oder doch daran, dass es um ein paar Grad wärmer war, bleibt dahin gestellt.  Nun ging es aber erst einmal mit einer Andacht weiter und anschließend folgte das lang ersehnte große Geländespiel. In jenem Spiel wurde die Landung der spanischen Flotte in Südamerika und die ersten Begegnungen durch Spiele und kurze Theaterimpulse spielerisch nachempfunden. Dafür wurden alle 250 Pfadfinder in Zehner Gruppen eingeteilt, mit je einem Steuermann als Anführer. Diese Gruppen spielten nun gegeneinander und mussten sowohl ihre Outdoorfähigkeiten, als auch ihren Teamgeist und ihre Kreativität unter Bewährung stellen. Dabei reichten die Aufgaben von Nahrungsbeschaffung durch Pfeil und Bogen, über Wassertransport über große Strecken bis hin zu schnellen und rauchfreien Feuermachens. Diese Aufgaben blieben nicht ganz ungefährlich, denn irgendwann wurden sie von den Mayas, welche durch die Rover verkörpert wurden, gejagt und ihnen die Lebensbändchen abgenommen. Somit waren auch Action und die ein oder andere Rauferei garantiert und alle kamen auf ihre Kosten. Gegen Abend dann, als die meisten fix und alle waren und fast im Stehen einschlafen konnten, durften sie endlich zu Bett gehen. Doch die große Überraschung wartete noch auf sie. Denn irgendwann gegen Mitternacht konnte man die ersten Rufe hören: Wo sind die Steuermänner? Schnell wurden sie lauter und lauter und bald war jedes Kind wieder wach und die Nachricht ging von Zelt zu Zelt wie ein Leuchtfeuer. Die Vermutung wurde schnell zur Gewissheit: Die Steuermänner wurden entführt! Also hieß es, nichts wie raus aus den Säcken, rein in die Stiefel, ab in den Wald und die Steuermänner suchen und befreien, koste es was es wolle! Gegen diese Heerschar von Kindern konnten die Mayas nicht ankommen und nach ungefähr einer Stunde waren alle Steuermänner wieder gefunden und befreit. Zufrieden und wieder alle beisammen gingen die Pfadfinder zu Bett, diesmal ohne jegliche Unterbrechung.Regionallager 2012

Am nächsten Morgen konnte kaum einer genau sagen, ob er gefroren hat, denn die meisten waren in der Nacht so erschöpft gewesen, dass sie sich über so etwas keine Gedanken mehr machen konnten. Der Schlaf und das Frühstück taten gut und stärkten alle. Wie jeden Morgen gab es wieder eine gemeinsame Andacht und anschließend wurde über den Input noch einmal in den einzelnen Sippen gesprochen, Fragen beantwortet und diskutiert. Danach wurde der Markttag eröffnet. In vielen Stämmen und Siedlungen und Unterlagern wurden Workshops angeboten und jeder Pfadi konnte nach Belieben entscheiden, was er tun wollte. Es gab kreative Angebote, wie Körbe flechten, australische Musikinstrumente basteln, Kokosnüsse aushöhlen, Bogenschießen, aber auch Essensstände mit kulinarischen Essen. Das absolute Highlight war dabei der im Feuer gebratene Krustenbraten. Aber man konnte auch genauso gut einfach in den Obstwiesen liegen und die Blüten, das Schwirren der Bienen und die Sonne genießen und sich vom vorigen Tag erholen.

Abends gab es zum Abschluss noch den Bunten Abend, an dem sich viele Stämme beteiligt und viele lustige Beiträge präsentiert haben. Somit wurde in der gemeinschaftlichen Runde der letzte Abend ausgeklungen und nach einem weiteren erfüllten Tag gingen alle wieder zu Bett.

Am nächsten Morgen konnte man die Aufbruchsstimmung im Lager förmlich riechen. Schnell packten alle gemeinsam ihre Sachen. Die ersten Kothen waren schon vor dem Frühstück verstaut. Wie gewohnt gab es einen Abschlusslagergottesdienst, bei dem noch einmal alle Teilnehmer für die Heimfahrt gesegnet wurden und wie die Tradition es besagt, kam anschließend noch die große Verabschiedungsrunde. Danach hieß es Aufbrechen, ab in die Heimat! In vielen Gesichtern konnte man neben Dreck und Schmutz auch die Freude auf die Dusche und das warme Bett sehen.

Abschließend kann man sagen, dass das Lager ein von gutem Wetter, guter Gemeinschaft, leckeren Essen und guter Laune gesegnetes Lager war. Mir persönlich hat es viel Spaß gemacht, man hat viele neue Menschen kennen gelernt und nach jedem Lager merke ich erneut, dass so ein Lager den Stamm noch ein bisschen weiter zusammen schweißt, kräftigt und die Gemeinschaft stärkt.

Hiermit verabschiede ich mich auch für die nächsten 10 Monate und bin dankbar für all die Jahre in der Gemeinde und vor allem mit den Pfadfindern, sie haben mich sehr geprägt und sind Teil meines Lebens. Ich werde gerne noch daran zurückdenken und sie auch ganz Gewiss vermissen.

In diesem Sinne,

Gut Pfad!

Carsten Rabenhorst

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